
9. Januar 2026
Aktuelle Sondervermögen im Überblick
Deutschland bündelt zentrale Zukunftsinvestitionen in eigenständigen Sondervermögen. Jedes dieser Sondervermögen folgt einer eigenen rechtlichen und haushaltspolitischen Logik und schaffen neue Schnittstellen für privates Kapital, Kooperationen und Projektfinanzierungen.
Wir zeigen, welche Sondervermögen relevant sind, wie sie strukturiert sind und wo sich attraktive Chancen für Marktakteure ergeben.
Sondervermögen Bundeswehr
Das 2022 eingerichtete Sondervermögen Bundeswehr ist das größte Einzelfondsprojekt der jüngeren Bundesgeschichte. Es dient der Modernisierung der Streitkräfte und stärkt die Einsatz- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands langfristig.
Der Fonds wird außerhalb des Bundeshaushalts geführt, ist verfassungsrechtlich abgesichert und ermöglicht großvolumige Beschaffungs- und Infrastrukturmaßnahmen über mehrere Jahre hinweg. Nach dem aktuellen Rüstungsbericht des Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) ist vorgesehen, dass die im Sondervermögen noch verbliebenen 53 Milliarden Euro bis Ende 2027 zur Verfügung gestellt werden. Für die Folgejahre ist beabsichtigt weitere Bundesmittel aufzubringen, um das 3,5%-Ziel der NATO dauerhaft zu erreichen.
So funktioniert die Finanzierung
Finanziert werden militärische Beschaffungen, Forschungs- und IT-Projekte sowie bauliche Maßnahmen. Private Unternehmen können über Kooperationsmodelle und Dual-Use-Technologien eingebunden werden. Beihilfen- und Vergaberecht bilden den rechtlichen Rahmen.
Chancen für Ihr Unternehmen
Das Verteidigungs-Sondervermögen schafft neue Märkte an der Schnittstelle von Industrie, Technologie und Sicherheitspolitik.
Wir unterstützen Unternehmen und Investoren, die den Wandel zur europäischen Sicherheitsarchitektur aktiv mitgestalten – rechtlich, strategisch und operativ.
- Technologie- & Rüstungsindustrie: Teilnahme an Beschaffungsvorhaben und Konsortien.
- Dual-Use-Innovatoren: Skalierung von Forschung & Entwicklung in zivil-militärischen Feldern.
- Finanzierer & Investoren: Strukturierung staatlich flankierter Beteiligungsmodelle.
- Infrastrukturakteure: Umsetzung von Bau-, IT- und Kommunikationsprojekten.
Wir verbinden Beschaffungspraxis, Förderrecht und Industriestrategie – für Projekte, die Europas Verteidigungsfähigkeit konkret stärken.
Klima- und Transformationsfonds (KTF)
Der KTF ist ein Sondervermögen des Bundes, das 2011 ursprünglich als Energie- und Klimafonds (EKF) eingerichtet wurde und seit 2022 den Namen Klima- und Transformationsfonds trägt. Der KTF ist das zentrale Investitionsvehikel der Bundesregierung zur Dekarbonisierung und Transformation der Wirtschaft.
Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität erhält der KTF zusätzliche 100 Mrd. Euro und finanziert damit Maßnahmen zur Energieeffizienz, Wasserstoffwirtschaft, Elektromobilität und industriellen Umstellung auf klimaneutrale Prozesse.
So funktioniert die Finanzierung
Die Mittel werden über Ressorts und Förderprogramme bereitgestellt – in Form von Zuschüssen, Beteiligungen oder Krediten. Grundlage ist eine Kombination aus Haushalts- und Beihilfenrecht, die staatliche Kofinanzierungen ermöglicht.
Chancen für Ihr Unternehmen
Der KTF ist das zentrale Spielfeld der industriellen Transformation.
Er verbindet Klimapolitik mit Kapitalmarktlogik und eröffnet neue Zugänge zu grüner Finanzierung.
- Energie- & Industrieunternehmen: Zuschüsse und Kofinanzierungen für Wasserstoff, Netze, Speicher.
- Investoren & Fondsmanager: ESG-konforme Beteiligungen an Dekarbonisierungsprojekten.
- Projektentwickler: Strukturierung förderfähiger Geschäftsmodelle.
- Banken: Integration von KTF-Mitteln in nachhaltige Finanzierungen.
Wir gestalten die Schnittstelle von Klimapolitik und Kapitalmarkt – damit Transformation investierbar wird.
Sondervermögen Infrastruktur & Klimaneutralität
Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIKG) möchte die Bundesregierung den (Wirtschafts-)Standort Deutschland zukünftsfähig machen. Das SVIK besteht aus drei Säulen:
- 300 Milliarden Euro für Investitionen des Bundes,
- 100 Milliarden Euro für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) und
- 100 Milliarden Euro für Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen (deren Verteilung und Umsetzung durch das Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) geregelt wird).
Über zwölf Jahre soll das SVIK gezielt Investitionen in Digitalisierung, Energiewende und Infrastruktur ermöglichen.
So funktioniert die Finanzierung
Das SVIK schafft über mehrere Jahre hinweg Finanzstrukturen, um große Projekte planbar umzusetzen. Die Mittel werden dabei:
- zweckgebunden den drei Säulen zugeführt,
- schrittweise über mehrere Jahre bereitgestellt,
- und ergänzen die Investitionsausgaben des Bundes, der Länder und der Kommunen, statt diese zu ersetzen.
Die 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen unterliegen gesonderten Regeln im Rahmen des LuKIFG. Dabei gilt:
- Die Mittel werden nach dem „Königsteiner Schlüssel“ an die Länder verteilt.
- Förderfähig sind Sachinvestitionen ab 50.000 Euro einschließlich Planungs- und Begleitmaßnahmen.
- Auch Public-Private-Partnerships und Investitionen Dritter in kommunale Infrastruktur sind ausdrücklich vorgesehen.
- Eine Verwaltungsvereinbarung konkretisiert Verfahren und Zuständigkeiten.
Mehr zum LuKIFG können Sie hier nachlesen.
Chancen für Ihr Unternehmen
Dieses Sondervermögen ist der Investitionsmotor für die nächste Generation öffentlicher Infrastruktur.
Es verbindet staatliche Mittel mit privaten Investitionsmodellen – von der kommunalen Energiewende bis zur digitalen Daseinsvorsorge.
- Developer & Bauunternehmen: Zugang zu großen Landes- und Kommunalprogrammen.
- Investoren & Asset Manager: Beteiligung an PPP- und Co-Finanzierungen.
- Banken & Finanzierer: Projektfinanzierungen mit Förderkomponente.
- Öffentliche Auftraggeber: Entwicklung beihilfekonformer Projektarchitekturen.
Wir übersetzen Fördermechanismen in marktfähige Projektstrukturen – und bringen Kapital, Recht und Realisierung zusammen.
Weitere Sondervermögen im Überblick
Es existiert darüber hinaus eine Reihe spezialisierter Sondervermögen mit sektoraler oder gesellschaftlicher Ausrichtung.
Sie adressieren Themen wie Wohnen, Bildung, Kultur, Digitalisierung oder internationale Entwicklung und kombinieren häufig Bundes-, Länder- und EU-Mittel.
So entsteht eine zweite Ebene staatlicher Transformationsfinanzierung – kleiner in Volumen, aber oft mit hoher Zielschärfe.
So funktioniert die Finanzierung
Diese Fonds folgen unterschiedlichen Rechtsgrundlagen, Trägern und Laufzeiten.
Sie werden von Ministerien, Förderbanken oder Landesgesellschaften verwaltet und lassen sich teilweise mit anderen Programmen kombinieren.
Wichtig sind rechtzeitige Antragsstrategien und beihilfekonforme Ausgestaltung.
Chancen für Ihr Unternehmen
Auch kleinere Sondervermögen eröffnen zielgerichtete Förderchancen für Projekte mit gesellschaftlicher Wirkung.
Wir helfen Ihnen, diese Mittel strategisch zu nutzen und rechtlich belastbar zu integrieren.
- Projektentwickler & Bauträger: Programme für Wohnungsbau und Stadtentwicklung.
- Banken & Förderinstitute: Strukturierung kombinierter Finanzierungen (EU/Bund/Land).
- Öffentliche & Bildungsinstitutionen: Förderintegration bei Digitalisierung und Modernisierung.
- Impact-Investoren & Stiftungen: Beteiligung an Fonds mit sozialem, ökologischem oder kulturellem Mehrwert.
Wir schaffen Zugang zu Förderprogrammen, die gesellschaftliche Wirkung und wirtschaftliche Tragfähigkeit verbinden.