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20. Januar 2026

Legal Roadmap 2026: Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität

Neue Förder- und Finanzierungslandschaft für Unternehmen

Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) stellt der Bund über zwölf Jahre bis zu 500 Milliarden Euro für Investitionen in Energie, Verkehr, Digitalisierung und soziale Infrastruktur bereit. Politisch ist damit der Anspruch verbunden, öffentliche Mittel als Baustein einer neuen Finanzarchitektur zu nutzen, die zusätzlich privates Kapital anzieht. In der Praxis steht diese Förder- und Finanzierungsarchitektur allerdings noch am Anfang: Viele Programme und Instrumente werden erst schrittweise konkretisiert.

 

Was müssen Unternehmen jetzt beachten?

Das SVIK bündelt Mittel in drei Säulen (Bund, Länder, Klima- und Transformationsfonds) und speist verschiedene Förder- und Investitionsprogramme. Für Unternehmen bedeutet das insbesondere:

  • Förderzugänge werden stärker programm- und projektspezifisch ausgestaltet: Je nach Struktur greifen Beihilfe-, Vergabe- und Haushaltsrecht enger ineinander.
  • Statt reiner Zuschusslogik dürften perspektivisch hybride Finanzierungen in den Vordergrund rücken: Zuschüsse, Garantien oder (nachrangige) Darlehen werden voraussichtlich mit klassischer Kredit- und Eigenkapitalfinanzierung kombiniert; je nach Sektor kommen auch PPP- oder konzessionsähnliche Modelle in Betracht. Viele dieser Strukturen befinden sich jedoch noch im Aufbau.
  • Anforderungen an ESG, Governance, und Reporting steigen: Förderfähigkeit und Rechtskonformität müssen nachvollziehbar belegt werden.

 

Welche Chancen und/oder Risiken entstehen für Unternehmen?

Chancen ergeben sich vor allem bei Projekten mit hohen Investitionen und langen Amortisationszeiten, etwa in Verkehrs-, Energie- und Netzinfrastruktur, Breitband/Digitalisierung, Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur oder bei Infrastrukturvorhaben im Industrie- und Immobiliensektor (zum Beispiel Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher, Rechenzentren oder sicherheits- und resilienzbezogene Infrastruktur). In solchen Strukturen können öffentliche Mittel als Ankerfinanzierung die Bankability erhöhen, Risiken anders verteilen und Geschäftsmodelle ermöglichen, die ohne staatliche Beteiligung schwer umsetzbar wären.

Dem stehen Risiken gegenüber: Ein Teil der Mittel dürfte bestehende Ausgaben ersetzen, sodass der zusätzliche Investitionsimpuls begrenzt sein kann. Zudem ist der konkrete Einsatz von Hebelmechanismen und PPP-/Hybridstrukturen noch offen. Fehlende Standardisierung und offene Fragen insbesondere im Beihilfe- und Vergaberecht können zu zusätzlichem Strukturierungsaufwand, Verzögerungen oder Rückforderungsrisiken führen.

 

Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?

Solange viele Details des SVIK noch in der Ausgestaltung sind, geht es weniger um ausgefeilte Förderanträge als um Orientierung:

  • Regelentwicklung eng verfolgen: Gesetzgebung, Haushaltsbeschlüsse, Förderrichtlinien und Länderprogramme systematisch beobachten – insbesondere priorisierte Sektoren und sich abzeichnende Instrumente (Zuschüsse, Darlehen, Garantien, PPP-Modelle).
  • Schwerpunktfelder des SVIK prüfen: Prüfen, wo Ihre Aktivitäten als Industrieunternehmen, Projektentwickler, Infrastruktur- oder Immobilienakteur grundsätzlich mit den Schwerpunktfeldern des SVIK zusammenfallen – ohne sich bereits auf konkrete Förderstrukturen festzulegen.

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