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19. Mai 2026

Sondervermögen und Infrastruktur im geopolitischen Wandel

Die Einrichtung milliardenschwerer Sondervermögen markiert einen tiefgreifenden Wendepunkt der deutschen Infrastruktur‑ und Finanzpolitik. Doch ihre Wirksamkeit entscheidet sich nicht an der politischen Ankündigung, sondern an der konkreten Umsetzung.

In einem aktuellen Webinar von Kingstone diskutierten Expertinnen und Experten aus Recht, Investment und Infrastruktur, wie Sondervermögen im Spannungsfeld von Geopolitik, Sicherheitsanforderungen und Investitionspraxis einzuordnen sind und warum ihre Wirkung maßgeblich davon abhängt, ob es gelingt, privates Kapital strukturiert einzubinden.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur fiskalische Fragen, sondern insbesondere rechtliche, regulatorische und praktische Umsetzungshemmnisse. Gemeinsam haben Karsten Mieth, Managing Partner (KINGSTONE Infrastructure Investments) und ehemaliger Vorstandssprecher im Encavis-Konzern (bis 2024 im MDAX), Dr. Manuel Indlekofer, LL.M. (Partner für Infrastructure, Construction and Transport in Europe bei DLA Piper) und Maximilian Radert, LL.M., EMBA (KINGSTONE Real Estate) die Fragenstellungen aus Investoren-, Markt- und Strategieperspektive eingeordnet.

 

Zentrale Takeaways aus der Diskussion
  • Infrastruktur ist heute Teil der Sicherheitsarchitektur.
    Sondervermögen dienen nicht mehr allein der wirtschaftlichen Modernisierung, sondern sichern staatliche Resilienz in Energieversorgung, Digitalisierung, Mobilität und verteidigungsnaher Infrastruktur.
  • Der Engpass liegt nicht beim Kapital, sondern bei der Investierbarkeit.
    Private Mittel stehen bereit – scheitern jedoch häufig an fehlender Projektpipeline, mangelnder Standardisierung, fragmentierten Zuständigkeiten und langwierigen Vergabe‑ und Genehmigungsverfahren.
  • Sondervermögen entfalten ihre Wirkung nur mit Hebelmechanismen.
    Ohne strukturierte Einbindung privaten Kapitals (etwa über PPP‑Modelle, Garantiestrukturen oder standardisierte Investitionsvehikel) bleiben direkte staatliche Investitionen hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück.
  • Regulatorische Fortschritte sind notwendig, aber nicht ausreichend.
    Anpassungen der Anlageverordnung und des Investmentrechts schaffen neue Möglichkeiten, lösen jedoch nicht automatisch die strukturellen Umsetzungsprobleme.
  • Nicht jeder Bereich ist für privates Kapital geöffnet aber viele sind es.
    Während militärische Kernbereiche staatlich bleiben, eröffnen sich erhebliche Investitionsfelder in Energie‑, Netz‑, Lade‑ und verteidigungsnaher Infrastruktur.
  • Entscheidend ist ein Perspektivwechsel: vom Projekt zum Markt.
    Internationale Beispiele zeigen, dass nachhaltige Infrastrukturinvestitionen dort gelingen, wo Märkte strukturiert werden – nicht nur Einzelprojekte.

Das Webinar bietet damit eine praxisnahe Ergänzung zur rechtlichen und politischen Einordnung der Sondervermögen und zeigt auf, wo die zentralen Stellschrauben für eine erfolgreiche Umsetzung liegen.

Zur Aufzeichnung des Webinars „Deutschlands neue Infrastrukturagenda – Investieren im geopolitischen Wandel“ geht es hier.