
17. April 2026
DLA Piper Financial Futures Report 2026: Vier von fünf Finanzdienstleistern sehen sich trotz globaler Dynamiken auf Wachstumskurs
- Finanzdienstleistungsunternehmen stellen sich ungeachtet geopolitischer und technologischer Umbrüche auf Wachstum ein
- Einsatz künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit stehen weiterhin im Fokus
- Neun von zehn Finanzdienstlern geben an, dass sich Zölle auf ihr Geschäft auswirken
Trotz wachsender Herausforderungen durch Handelsbarrieren, Cyberkriminalität und geopolitische Turbulenzen sehen Führungskräfte von Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche weiterhin Wachstumschancen in der Branche. Dies ergibt sich aus dem aktuellen Report „Financial Futures: Leading through disruption“ der globalen Wirtschaftskanzlei DLA Piper. Für den Report wurden fast 800 Entscheidungsträger in internationalen Finanzunternehmen befragt, darunter Banken, Fonds, Fintechs und Anbieter von Marktinfrastruktur mit einem Umsatz zwischen weniger als USD 10 Millionen und mehr als USD 10 Milliarden. Mit 270 Umfrageteilnehmern war Kontinentaleuropa proportional am stärksten vertreten, gefolgt von UK und den USA mit je 120.
Der allgemeine Optimismus in der Branche ist weiterhin groß; Unternehmen betrachten die anhaltenden Umbrüche als neue Normalität und begegnen ihnen mit größerer Resilienz, Einsatzbereitschaft und neuen Technologien. Viele investieren in Kerngeschäftsmodelle, die darauf ausgelegt sind, längere Phasen der Instabilität zu überstehen, die sich aus geopolitischen Spannungen, Handelsbarrieren und sich ändernden regulatorischen Anforderungen ergeben. Sie konzentrieren sich zunehmend auf das Risikomanagement, indem sie Compliance- und Governance-Aspekte stärker in ihre Entscheidungsprozesse integrieren.
Wesentliche Befragungsergebnisse sind:
- 83 Prozent der Befragten blicken trotz geopolitischer Herausforderungen für die Branche optimistisch in die nahe Zukunft (nächste 12 bis 24 Monate).
- 89 Prozent geben an, dass Handelsbarrieren Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit haben; etwa ein Drittel berichtet, dass geopolitische Spannungen die Verteilung von Investitionen und die Kapitalströme beeinflussen.
- Der Einsatz von KI nimmt immer mehr zu und hat sich mittlerweile fest in den Betriebsabläufen und der Unternehmensstrategie etabliert: 66 Prozent der befragten Unternehmen investieren in die dafür erforderliche Technologie (zwei Prozent mehr als im Jahr 2024). 58 Prozent bieten Schulungen zu KI an (plus sieben Prozentpunkte gegenüber 2024).
- Fast die Hälfte der Führungskräfte nennt anhaltende Compliance-Herausforderungen als einen wesentlichen Faktor, der sich auf das Geschäft auswirkt (2024 war es noch knapp ein Fünftel).
- Weniger als ein Viertel der Befragten gibt an, dass Nachhaltigkeit einen wesentlichen Einfluss auf das Geschäft hat (2024 waren es noch 58 Prozent); gleichwohl haben 82 Prozent ihre Investitionen in Nachhaltigkeit im Jahr 2025 erhöht.
- Mit dem rasanten Wandel der Vorschriften im Bereich Nachhaltigkeit Schritt zu halten, sieht jeder Zweite der Befragten als die dringlichste Herausforderung (39 Prozent im Jahr 2024).

„Der EU stehen zahlreiche regulatorische Änderungen bevor. Der Abbau von Bürokratie und die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für die Mitgliedstaaten sind die wichtigsten Triebkräfte der Reform – doch diese muss noch umgesetzt werden. Auch wenn dies letztendlich eine geringere regulatorische Belastung bedeutet, sollten Finanzdienstleistungsunternehmen sich über die Änderungen auf dem Laufenden halten und deren Auswirkungen bewerten, damit durch die Anpassung der Governance, des Risikomanagements und der Compliance-Vorgaben die Führung des Unternehmens weiterhin auf einer soliden Basis steht.“

„Die Finanzindustrie spürt die globalen Herausforderungen täglich in ihrem Geschäft. Gleichzeitig gelingt es ihr erstaunlich gut, sich auf die hohe Dynamik in den Märkten einzustellen. Sie ist aufgeschlossen gegenüber KI und richtet ihre Compliance und Governance durch laufende Verbesserungen so resilient aus, dass Wachstumspotenziale genutzt werden.“